Coronavirus – steuerliche Erleichterungen

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    Martin GräberMartin Gräber
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    Liebe AK Mitglieder,

    hier der Beitrag “Coronavirus – steuerliche Erleichterungen für den Hotel- und Gastronomiebereich” von unserem AK-Mitglied Anke Bendschneider, Steuerberaterin bei der Warth & Klein Grant Thornton AG:

    In der Pressekonferenz am 13. März 2020 haben Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Hilfsmaßnahmen für die vom Coronavirus besonders betroffenen Branchen vorgestellt. Es wurde angekündigt, dass Betriebe kurzfristig auf der Finanzierungs- und Kostenseite entlastet werden sollen – etwa durch Liquiditätshilfen, großzügige zinslose Steuerstundungen oder Überbrückungsgelder.
    Hinsichtlich der Erleichterungen auf steuerlicher Seite wird kurzfristig ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums erwartet, welches die Maßnahmen und Voraussetzungen im Einzelnen regelt.
    Hierbei soll es insbesondere um folgende steuerliche Liquiditätshilfen für Unternehmen gehen:

    a. Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert.
    Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird.

    b. Vorauszahlungen können leichter angepasst werden.
    Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.

    c. Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

    (siehe „Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen“, https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/20200313-schutzschild-fuer-beschaeftigte-und-unternehmen.html)

    Aufgrund der bislang noch fehlenden bundeseinheitlichen Regelungen agieren die Finanzämter zur Zeit noch unterschiedlich. Nach telefonischer Auskunft vom 18. März 2020 des Berliner Finanzamtes für Körperschaften II werden zinslose Stundungen für einen maximalen Zeitraum von 6 Monaten gewährt. Der ausstehende Gesamtbetrag ist nach Ablauf der Frist zwingend in einer Summe zu zahlen. Alternativ kann über den Stundungszeitraum auch eine Ratenzahlung vereinbart werden. Das Bayerische Landesamt für Steuern hat zwischenzeitlich ein Antragsformular online gestellt (https://www.finanzamt.bayern.de/LfSt/) mit dem eine Herabsetzung der Vorauszahlungen und auch Stundungen mit wenigen Angaben beantragt werden können. Hier wird aber nur ein vorläufiger Stundungszeitraum von 3 Monaten genannt.

    Hinsichtlich der Stundungsmöglichkeit zur Lohnsteuer wurden uns durch die Finanzämter am 18. März 2020 telefonisch unterschiedliche Auskünfte gegeben. Während das Finanzamt Rostock signalisiert hat, dass es zu einer Stundung kommen könnte, haben die Finanzämter Berlin und München dies zum jetzigen Zeitpunkt als nicht möglich angesehen.

    Bis zu einem klärenden Schreiben des Bundesfinanzministeriums empfehlen wir Ihnen daher direkten Kontakt mit Ihrem zuständigen Finanzamt aufzunehmen. Nutzen Sie die aktuellen steuerlichen Erleichterungen und lassen Sie sich hierbei von Ihrem Steuerberater unterstützen

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